Neuigkeiten
Katholische Friedensstiftung
Zur Förderung der Arbeit des Instituts für Theologie und Frieden ist die Katholische Friedensstiftung zur Zeit in Gründung. Ziel der Stiftung ist es, Mittel für die friedensethische Forschung des Instituts bereitzustellen.
Welches Recht gilt?
Kommentar von Prof. Gerhard Beestermöller zum Tanklaster-Bombardement in Kunduz, erschienen im Kompass 03/2010
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Am 4. September 2009 traf Oberst Klein in Afghanistan den folgenreichen Beschluss, zwei Tanklastzüge bombardieren zu lassen. In deren Nähe hielten sich viele Menschen auf, Taliban-Kämpfer und Zivilpersonen. 142 Menschen kamen ums Leben, darunter Zivilisten. Durfte Klein dies tun? Diese Frage soll hier nicht primär rechtlich, sondern politisch-ethisch bedacht werden. Jedes Urteil über ein bestimmtes Handeln beruht auf zwei Säulen. Die eine besteht aus einer Normaussage, die andere aus einer Tatsachenfeststellung. Nehmen wir an, Peter schlägt Hans mit der Faust dermaßen fest ins Gesicht, dass dieser ohnmächtig wird.
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Wenn Peter hierfür bestraft wird, dann weil Körperverletzung verboten (eine Normaussage), und weil ein Faustschlag ins Gesicht eine Körperverletzung darstellt (Tatsachenfeststellung).Einen Menschen ohnmächtig zu schlagen, ist aber nicht immer verboten. Im Boxkampf ist es erlaubt. Allerdings ist auch im Boxkampf nicht jede Form von Gewalt erlaubt. Wenn ich mich also frage, ob Oberst Klein richtig gehandelt hat, muss ich auch fragen, welche Regeln für sein Handeln gelten. Um diese Frage zu [...]
Krieg im Namen der Menschenrechte?
Wissenschaftler diskutieren am ithf über die "Responsibility to Protect"
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Darf im Namen der Menschenrechte Krieg geführt werden? Oder würde dadurch der Krieg als Mittel der Politik wieder salonfähig? Solchen Fragen soll in Hamburg künftig ein Forschungsprojekt nachgehen, das der stellvertretende Direktor des Instituts für Theologie und Frieden, Prof. Dr. Gerhard Beestermöller, zusammen mit Michael Staack, Professor für Internationale Beziehungen an der Universität der Bundeswehr Hamburg, verantwortet. Am 22. und 23. Januar 2010 stellten sie und ihre Mitarbeiter in den Räumen des ithf den Entwurf einem geladenen Kreis von Akademikern aus unterschiedlichen Fachrichtungen vor. |
Gegenstand des interdisziplinären Projekts ist die „Responsibility to Protect“ (Schutzverantwortung). Entworfen von einer internationalen Kommission im Jahr 2001, fand dieses Konzept in den Folgejahren Eingang in mehrere Resolutionen der UN-Vollversammlung und des UN-Sicherheitsrates. Es schreibt dem souveränen Staat eine Verantwortung für den Schutz aller auf seinem Gebiet lebenden Menschen
zu. Nehme ein Staat diese Verantwortung nicht wahr, müsse die internationale Gemeinschaft eingreifen – notfalls mit militärischer Gewalt. Insbesondere diese Eingriffspflicht ist jedoch bis heute umstritten und steht daher auch im Mittelpunkt des neuen Forschungsvorhabens.
In vier Vorträgen beleuchteten die Professoren Andreas von Arnauld, August Pradetto (Universität der Bundeswehr Hamburg) und Hajo Schmidt (FernUniversität Hagen) sowie Frau Theresa Reinold vom Ex-
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zellenzcluster „Normative Ordnungen“ der Frankfurter Goethe-Universität das Thema aus verschiedenen Perspektiven. Völkerrechtliche, politikwissenschaftliche und militärstrategische Überlegungen kamen dabei genauso zum Tragen wie weiterführende Fragen etwa nach der Verbindung von Schutzverantwortung und „westlichen“ Demokratisierungsbestrebungen. Ökumenisch-theologische Positionen brachte überdies Pastorin Antje Heider-Rottwilm vom Ökumenischen Forum „Brücke“ in der Hamburger HafenCity in die Debatte ein.
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Am Ende blieben viele Fragen offen. „Sie haben uns viel zu denken gegeben“, bescheinigte Michael Staack den Teilnehmern. Den Veranstaltern bleibt nun die Aufgabe, die Anregungen und kritischen Anfragen zu überdenken und in einen gemeinsamen Projektantrag einzuarbeiten, der im Sommer 2010 eingereicht werden soll. Zumindest von außen betrachtet scheint das politikwissenschaftlich-ethische Gespann aber auf einem guten Weg: Die Gäste waren von der Tagung durchweg begeistert. |
Neuerscheinung aus der Reihe Theologie und Frieden
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Stephanie van de Loo, Versöhnungsarbeit: Kriterien - theologischer Rahmen - Praxisperspektiven. Stuttgart 2009. 418 Seiten. (Reihe Theologie und Frieden, Band 28)
EUR 39,00
ISBN 978-3-17-020717-2
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Versöhnungsprozesse zwischen Opfer- und Täterseite können in ihrem Verlauf und ihrem Gelingen durch die Versöhnungsarbeit einer dritten Partei beeinflusst werden. Die Autorin formuliert Ansätze für die Versöhnungsarbeit Dritter, zeigt aber auch deren Grenzen auf. Im interdisziplinären Gespräch werden Kriterien und notwendige Elemente von Versöhnung entwickelt. Als Gesprächspartnerin für den interpersonalen Bereich dient Mediation als spezifisches Verfahren der Konfliktbearbeitung. Für die gesellschaftliche Ebene werden Versöhnungsinitiativen in Bosnien-Herzegowina herangezogen. Durchgängig verfolgt van de Loo die Frage, welche Konsequenzen eine christliche Verankerung des - auch rein säkular verwendbaren - Versöhnungsbegriffs für seine inhaltliche Füllung und für das Verhältnis zu nicht religiös motivierter Versöhnungsarbeit birgt.
Neuerscheinung aus der Reihe Politische Philosophie und Rechtstheorie
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De Vitoria, Francisco: De lege. Herausgegeben von Joachim Stüben. Politische Philosophie und Rechtstheorie des Mittelalters und der Neuzeit. Abteilung I: Texte. - PPR I,1. Ca LIV, 260 Seiten
ISBN 978-3-7728-2503-3
Januar 2010
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