Aufgaben
Gewalt im Namen der Religion bzw. des Glaubens ist kein exklusives Merkmal einer bestimmten Religion. Denn die Geschichten der Religionen lassen uns feststellen, dass Anhänger vieler Religionen ihre Gewalttätigkeiten gegenüber Anderen auch durch religiöse Motive oder im Namen eines göttlichen Auftrages gerechtfertigt haben. Zum Beispiel rechtfertigten Juden, Christen und Muslime ihre Gewalttaten entweder durch deutliche Passagen in ihren Schriften, welche sie angeblich auffordern Andersgläubige notfalls gewalttätig zu behandeln, oder durch mitunter willkürliche Interpretationen dieser Texte. Und wenn solche Texte oder ihre Interpretationen den Anlass dazu nicht hergaben, rechtfertigte man die Gewaltausübung anhand angeblich himmlischen bzw. göttlichen Auftrages.
Des Weiteren kämpften Anhänger ein- und derselben Religion gegeneinander, weil angeblich die jeweils andere Gruppe die Religion nicht richtig interpretiert oder ausgeübt hat. So wurden Menschen im Namen der Religion massenweise gewalttätig behandelt. Zugleich beansprucht jede dieser drei Religionen in sich und ihren Texten friedliche Elemente zu haben und behauptet, dass ein wahrer religiöser Jude, Christ oder Muslim ein friedlicher und dialogfähiger Mensch ist, denn seine Religion lehrt ihn mit Menschen friedlich umzugehen und sie zu respektieren und zu akzeptieren, wie sie sind. Wenn wir dieser Behauptung Glauben schenken wollen, wie wird dann in manchen Gesellschaften Gewalt oder Dialog heute gerechtfertigt?
Diese Thematik ist der Gegenstand einer Dissertation anhand von Texten des gegenwärtigen Politikers und Juristen aus dem Sudan, namens Dr. Hassan al-Turabi und dem Rum-Orthodoxen Bischof und Juristen Georges Khodr aus dem Libanon. Mehr dazu hier
Projektbearbeiter: Proto-Exarchos Alexius Chehadeh, M.A.
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